Der nun auch vom Aufsichtsrat der Nachrichtenagentur DPA beschlossene Redaktionsumzug von Hamburg und Frankfurt nach Berlin ist nach Ansicht des DJV-Brandenburg journalistisch und wirtschaftlich richtig. „Wir begrüßen unsere Kollegen in der Hauptstadtregion,“ erklärte der Brandenburgische Vorsitzende Hans Werner Conen, „Nachkriegszeit und deutsche Teilung sind vorbei.“
Einem Berufsverband, der ernst genommen werden will, müsse mehr einfallen als routinemäßiges Protest-Getöse und die Forderung, alles müsse so bleiben, wie es ist. „Wir dürfen nicht so tun, als könne der DJV die Entscheidungen von Medien-Unternehmen bestimmen. Es ist auch illusionär, ohne Rücksicht auf Markt und Wettbewerb und mitten in einer massiven Krise den Erhalt eines jeden Arbeitsplatzes zu fordern,“ sagte Conen. Er verwies darauf, daß generell durch weiter steigende Produktivität immer weniger Menschen immer mehr produzieren können. Conen: „Wir blamieren uns, wenn sich immer wieder herausstellt, daß unsere Appelle und Resolutionen nichts genützt haben.“ Er plädierte dafür, auch den vom Umzug betroffenen Beschäftigten „reinen Wein einzuschenken“ und ihnen, wenn erforderlich, bei der Suche nach einem neuen Job zu helfen.
Nach Ansicht des DJV-Brandenburg hat DPA nach der nun eingeleiteten Neustrukturierung gute Aussichten, den durch Umsatzverluste und Kündigungen gekennzeichneten schleichenden Niedergang zu stoppen und auf den Pfad soliden Wachstums zu gelangen. Ohne ein dauerhaft gesundes Unternehmen gebe es auch keine guten Jobs bei der Agentur.
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