Zensur im Internet ist keine rein chinesische Spezialität.
Viele Länder sperren den Zugang zu bestimmten Seiten systematisch und
verhindern so die freie Verbreitung von Informationen. In diese spezielle
chinesische Mauer will das Picidae-Netzwerk der Schweizer Christoph Wachter und
Mathias Jud Löcher schlagen.
Der Name Picidae nimmt Bezug auf die Mauerspechte, welche die ersten Löcher in die Berliner Mauer geschlagen haben. Heute sorgt Picidae für die Löcher in der chinesischen Firewall, welche der Zensur dient.
Die Server des Pididae-Netzwerkes arbeiten als Proxy-Server, die alle zurückgelieferten Seiten erst in ein Bild umwandeln und mit einer Image-Map versehen. Als Bild können die Seiteninhalte nicht mehr gefiltert werden.
Die Schweizer stellen den Source-Code und die fertige Webapplikation zur Verfügung, damit möglichst viele Websites diesen Service anbieten können. Das ist notwendig, da natürlich jeder identifizierte Picidae-Server gesperrt wird. Eine Werbung für diesen Service macht daher auch keinen Sinn, da die Server geheim bleiben müssen. Seit dem Sommer ist der ursprüngliche Picidae-Server daher auch in China gesperrt.
Sollte man als Journalist in ein Land mit Zensur reisen, so sollte man sich vorher von der Redaktion einen Picidae-Server einrichten lassen. Dieser kann dann auch von allen Informanten mitgenutzt werden. Wichtig ist dabei nur, dass man nur vertrauenswürdigen Personen die Adresse mitteilt.
kdm
Sprechzeiten:
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
10-14 Uhr

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Fax:
(030) 69205751-9
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