Ohne Ergebnis wurde am heutigen Donnerstag in Hamburg die fünfte Tarifrunde für die rund 14.000 deutschen Tageszeitungsredakteurinnen und -redakteure beendet. Die Tarifkommissionen von DJV, ver.di und BDZV konnten keine Einigung über den Zwischenstand der Tarifverhandlungen vom 11. Juli erzielen.
Im Mittelpunkt stand die Frage des Vertrauensschutzes. „Die Verleger waren nicht mehr bereit, bei der abgesenkten Berufsjahrstaffel einen 24-monatigen Vertrauensschutz für alle Redakteure zu akzeptieren“, sagte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff.
Nach Ansicht der Verleger sollte der 24-monatige Vertrauensschutz nur für diejenigen Redakteure gelten, die sich maximal zwei Jahre vor Erreichen des 15. Berufsjahrs der alten Berufsjahrstaffel befinden. Redakteure zwischen dem 3. und dem 10. Berufsjahr der alten Staffel sollen nur noch bis zum 31. März 2007 die nächst höhere Stufe erreichen, wenn in diesem Zeitraum der Aufstieg fällig wird. Dafür müsste es laut BDZV in anderen Punkten des Gehaltstarifvertrags eine weitere, noch nicht bezifferte Absenkung geben. Für junge Redakteure im ersten bis zweiten Berufsjahr soll die Aufstiegsfrist 12 Monate betragen. Diese Eckpunkte bezeichneten die Verleger im Gegensatz zur vierten Tarifrunde als „Denkmodell“ und nicht als Tarifangebot.
Die neue Berufsjahrstaffel soll nach den Verlegervorstellungen so aussehen:
1. bis 3. Berufsjahr: 2.801 €
4. bis 6. Berufsjahr: 3.250 €
7. bis 10. Berufsjahr: 3.750 €
ab 10. Berufsjahr: 4.126 €
Keinen neuen Verhandlungsstand gibt es in Bezug auf die Höhe der Einmalzahlung und der linearen Gehaltserhöhung. Hier hatten die Verleger in der vierten Tarifrunde einmalig 350 Euro und ein Prozent mehr Gehalt in diesem Jahr und 1,5 Prozent mehr im nächsten Jahr angeboten. Der Gehaltstarifvertrag soll rückwirkend zum 1. August in Kraft treten.
„Über diesen Verhandlungsstand wird der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission diskutieren müssen“, sagte Engeroff. Die nächste Sitzung des Gesamtvorstandes findet am 4./5. September in Bonn statt. „Es ist absolut unbefriedigend, dass die Verleger hinter den im Juli erreichten Stand zurückgehen wollen.“
Ein neuer Verhandlungstermin soll zwischen den Tarifparteien in der nächsten Woche vereinbart werden.
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